Der Gang zum Arbeitsamt

Erstmal sei gesagt: "NEIN...ich bin nicht arbeitslos".

Obwohl die Vorstellung davon, Hartz IV vorzubestellen klingt ganz lustig, doch das ist hier nicht das Thema, würde mich aber schon interessieren, ob es möglich wäre.

Nun gut, es ist 7:14 früh am Morgen. Ich denke mir, wie furchtbar es doch jetzt wäre aufzustehen, da schlafe ich doch lieber noch ganze fünf Minuten. Doch eigentlich müsste ich den Zug, der 7.41 losfährt nehmen. Mist, schon ist es wieder geschehen: Verschlafen!

Aber natürlich ganz ganz schnell nach einer Alternative gesucht und gefunden: 8.20 fährt der nächste Zug nach Riesa zur Agentur für Arbeit. Also nochmal rumgelegen, nichts überstürzen^^

40 Minuten später sitz ich also nun im Zug und schaue wie manch einer einfach aus dem Fenster. Dabei weiß ich selbst nicht, was ich da mache. Verrückt, die Landschaft verschwindet doch eh wieder aus dem Gedächtnis. Nach 25 Minuten aus dem Fenster schauen bin ich angekommen in Riesa, das erste Mal übrigens. Es gibt immer das erste Mal. Doch was jetzt? Wie komme ich zum Arbeitsamt?

Ich hole mir meine super-duper-ultra Straßenkette! Ganz simpel und effektiv. Laufe natürlich, wie es bei mir üblich ist, erst einmal in die falsche Richtung. 10 Minuten verloren. Sollte eigentlich schon längst anwesend sein, wie sonst auch. In die andere Richtung habe ich es dann auch geschafft zum Arbeitsamt. Unterwegs über eine Wegbrücke gelaufen. Da kamen mir gleich die Geschichten in den Kopf, in denen Leute sich von solchen Brücken herunterstürzen oder Steine herunterwerfen. Erschütternd. Höhenangst hatte ich Gott sei dank nicht.

Wurde gebührend empfangen beim psychologischen Dienst. ( Nein, sie haben mir keine Gehirnwäsche verpasst...!) Wie in JEDER Behörde muss man natürlich lange warten, so auch ich. Meine Wartezeit wird sich später aber auszahlen. Nach circa 20 Minuten kam ich zum Gespräch mit einer netten Frau und dem Herren, der uns beobachten durfte im Gespräch. Hab also alles erzählt weshalb ich hier sei und dass ich mir noch unklar bin, was ich nach der Schule machen soll bzw. kann. Glaube, damit bin ich nicht allein. Perspektiven wurden mir gezeigt entsprechend meinen Vorstellungen und Interessen. Danach wurde ich zum Test eingeladen.

Der Test war echt lang. Mindestens vier Stunden verbrachte ich damit. Gott, war das lang. Viel logisches Denken wurde abverlangt in Bildern, Rechenaufgaben und Sprache. Im Vergleich zum anderen Teil, fand ich diesen Teil eher frustrierend und unzufriedenstellend. Dabei stande ich viel zu sehr unter Zeitdruck. Der zweite Teil entsprach eher meinen Vorstellungen von einem auf das Berufsleben bezogenen Test. Meine Berufwünsche wurden abgefragt und inwieweit ich negative Dinge der Arbeit verkrafte, was ich hinnehme oder wo ich sage:"Ohne Mich"

Nach dem Test, kam ich zum Abschlussgespräch. Die Test wurden sorgfältig ausgewertet, nach meinen Stärken und Schwächen gesucht. Auch Dinge, die mir am Arsch vorbeigehen, wurden angesprochen.

Nach einem langen Gespräch kamen wir beide, die Psychologin und ich, zu folgendem Entschluss: Studium ist nichts für mich, wäre ungünstig, da ich die feste Struktur, die Rahmbedingungen brauche um mein Ziel zu verfolgen. Für ein Studium fehlt es mir an Selbstdisziplin. Das ist der bisher einzigste Grund, der mir logisch und realistisch erscheint. So ist es. 

Als ich das Gebäude verließ, kam ich mit einem breiten Grinsen heraus. Ich wurde überzeugt, erleuchtet!

Also, mein abschließendes Fazit: Es ist keineswegs eine Schande zum Arbeitsamt zu gehen. Dort wird einem geholfen, je nach Problemfeld. Dies ist natürlich noch nicht das Ende meiner Besuche. Es werden noch viele folgen, doch sicherlich ohne Verschlafen, Planlosigkeit und ohne langweilige anstrengende Tests. ^^

LG

Tim

30.9.08 18:53
 


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